ITS4Culture – Digitalisierung des Verkehrsmanagements der Stadt Chemnitz
22. November 2024
Am 14. November 2024 hat die Stadt Chemnitz das Projekt „ITS4Culture“ zur Digitalisierung ihres Verkehrsmanagements erstmals öffentlich vorgestellt. Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung Kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert und soll im kommenden Jahr umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Digitalisierung des Verkehrsmanagements im kompletten Streckenverlauf der Ringbuslinie Nr. 82. Die dort vorhandenen 40 Ampelanlagen sollen mit sogenannten Roadside-Units ausgestattet werden. Hierbei handelt es sich um spezielle Funkmodule, die künftig für die Kommunikation zwischen den Ampelanlagen und den Fahrzeugen sorgen und auf diese Weise neue Serviceangebote ermöglichen. So können über die bisherige ÖPNV-Beschleunigung hinausgehend weitere wichtige Informationen ausgetauscht werden, damit beispielsweise Busse nur dann beschleunigt werden, wenn die aktuelle Fahrplanlage dies tatsächlich erfordert. Zudem können dann auch Einsatzfahrzeuge auf dem Weg zu einem Notfall ihre Priorität an den Ampelanlagen anfordern, um mittels dynamischer Anpassung der Signalzeiten ihr Ziel schneller zu erreichen.
Als weiterer neuer Dienst wird ein sogenannter Ampelphasenassistent zur Verfügung stehen. Hier geht es darum, die Grünphasen von Ampelanlagen vorherzusagen, um diese Informationen für ein effizientes und komfortables Fahren nutzen zu können. Die Fahrzeugführer erhalten vom Assistenten entweder die optimale Geschwindigkeit zum Erreichen der Grünphase angezeigt oder sie bekommen die Information, dass die nächste Ampelanlage nicht mehr rechtzeitig während der Grünphase erreicht wird und daher die Geschwindigkeit reduziert werden kann.
Insgesamt wird mit dem Einsatz der neuen Technologien im Rahmen der Smart-City-Maßnahme der Grundstein dafür gelegt, dass die städtischen Ampelanlagen künftig mit allen Verkehrsteilnehmer Informationen austauschen und kooperieren können. In weiteren Schritten sollen auch Radfahrer und Fußgänger integriert werden. Die Kommunikation zwischen Ampelanlagen und Fahrzeugen stellt eine grundlegende Anforderung auf dem Weg zum autonomen Fahren dar.
Als Projektpartner des Verkehrs- und Tiefbauamtes der Stadt Chemnitz ist die CVAG beteiligt. Die fachliche und technische Begleitung erfolgt durch das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) Dresden sowie die Schlothauer & Wauer Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr mbH. Die Gesamtkosten des Projektes werden sich auf etwa 3,3 Mio. EUR belaufen, wobei im Zuge der Fördermaßnahme 65 Prozent der erforderlichen Mittel durch das BMDV bereitgestellt werden.

