Push-Government1

Push Government – Der Weg zur proaktiven Verwaltung

Die Idee

Die Idee des „Push-Governments“ klingt utopisch.

Kann eine moderne Verwaltung proaktiv auf ihre Bürger zugehen und ihre jeweiligen Leistungen automatisiert gewähren?
Kann Sie sich vom reaktiven Antragsbearbeiter zum proaktiven Serviceanbieter wandeln?

Wir denken: Sie kann es, insbesondere im Zuge der Digitalisierung und Verwaltungstransformation. Hinter Push-Government verbirgt sich ein kompletter Paradigmenwechsel für die öffentliche Verwaltung. Anstatt reaktiv darauf zu warten, dass Bürgerinnen und Bürger Anträge stellen, handeln Behörden proaktiv und erbringen Services auf Basis zentraler Lebensereignisse direkt, individuell und vornehmlich automatisiert.

Das Zukunftsbild

Die Verwaltung der Zukunft ist ein vertrauensvoller und innovativer Partner für alle. Sie stellt ihre Informationen und Leistungen proaktiv, datengestützt, individuell und überwiegend digital zur Verfügung und steigert damit ihre operative Exzellenz. Die Services zeichnen sich durch ein hohes Maß an Proaktivität und Automatisierung aus, sind konsequent aus Bürgersicht gedacht, orientieren sich am Menschen, stellen seine Lebenslage in den Mittelpunkt und werden von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit allen Akteuren im kommunalen und staatlichen Ökosystem erbracht. Proaktivität dient als echte Stärkung von Selbstbestimmung und Vertrauen.

Die Steuerung

Proaktive Verwaltungsleistungen werden über zentrale Lebensereignisse oder zeitliche Vorgaben gesteuert. Dies können etwa die Geburt eines Kindes, ein Wohnsitzwechsel, das Erreichen eines Alters, die Feststellung einer Schwerbehinderung, das Ende einer Leihfrist oder das Ablaufdatum eines Ausweisdokumentes sein.

Die Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen für die Realisierung geschaffen werden:

  • Neue Prozesslogiken: Bündelung der Services in zentralen Lebensereignissen oder Lebenslagen,
  • datenbasierte Steuerung des Verwaltungshandeln: Veränderung von Daten oder Datensätzen als auslösendes Ereignis,
  • Wahlfreiheit des Bürgers zur Service-Nutzung: Einwilligungs- und Präferenzmanagement mit Opt-in- oder Opt-out-Verfahren,
  • Aufhebung der Zwei-Wege-Kommunikation,
  • Verbesserung der Bekanntheit und Auffindbarkeit digitaler Services.

Mögliche Anwendungsszenarien

Die Anwendungsbreite reicht von einfachen Push-Nachrichtendiensten über Abo-Modelle bis hin zu interaktionslosen Leistungsgewährungen. Ausgewählte beispielhafte Anwendungsszenarien sind:

  • Interaktionslose Leistungsgewährung (z.B. Erhalt eines Schwerbehindertenausweises nach Feststellung der Schwerbehinderung),
  • Abo-Modell (z.B. Verlängerung des Anwohnerparkausweises nach Gültigkeitsablauf),
  • Erinnerungs- und Tracking-Service als Push-Nachrichtendienst (z. B. Erinnerung zum Ablauf von Ausweisdokumenten oder Leihfristen),
  • Ergänzender Leistungsvorschlag (z.B. BAföG-Bezieher haben u. U. Anrecht auf Wohngeld),
  • Bereitstellung vorausgefüllter Formulare zur digitalen Freigabe

Motivation

Beteiligen Sie sich aktiv am Reboot der Verwaltung und gehen Sie den nächsten Schritt hin zu einer proaktiven Verwaltung. Diskutieren Sie mit, bewerten sie das Proaktivitätspotential und entwickeln Sie Ideen für die bürgernahe Verwaltung von morgen. 

Stellen Sie sich vor, Verwaltungsleistungen erreichen Sie genau dann, wenn Sie diese benötigen – ganz ohne Antrag und Wartezeit.

Push Government Schema

Der Zeitpunkt für eine Metamorphose der Verwaltung ist günstig.

Ziel ist es, konkrete kommunale, staatliche oder interföderale Verwaltungsdienstleistungen zu identifizieren, die sich anbieten, dem Push-Government-Ansatz im Zuge der Verwaltungstransformation zu folgen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die digitale Transformation aktiv und mutig zu gestalten und zukünftige Modernisierungsmaßnahmen besser konstruieren zu können.