Atlas digitale Barrierefreiheit - Kommunale Websites sind schlecht zugänglich

6. August 2024

 

Um die Barrierefreiheit kommunaler Webseiten in Deutschland zu analysieren, wurden erstmals rund 11.000 kommunale Internetseiten in Deutschland von Menschen mit Behinderungen getestet und ergänzend durch einen spezialisierten Webcrawler technisch untersucht. Die Analyse hat der Inclusion Technology Lab e.V. gemeinsam mit der AWO-Tochter DasDies Service GmbH durchführt. Herausgekommen ist ein öffentlich zugänglicher „Atlas digitale Barrierefreiheit“.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Lediglich drei Prozent der Kommunen erreichten die maximale Punktzahl von fünf Punkten. Insgesamt sieben Prozent landeten sogar bei null Punkten – das sind rund 770 Kommunen in Deutschland, die digital für Menschen mit Behinderungen gar nicht erreichbar sind.

Die Vollerhebung zeigt auch überraschende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Der Freistaat Sachsen erreicht im Durchschnitt nur 1,59 der maximal möglichen fünf Punkte. Die höchste Punktzahl in Sachsen erreicht die Stadt Leipzig mit drei von fünf Punkten, da hier ein Angebot in leichter Sprache sowie eine Vorlesefunktion verfügbar sind und das Thema Barrierefreiheit auf der städtischen Webseite entsprechend erwähnt wird.

Überprüft wurde das Vorhandensein flexibel einstellbarer Schriftgrößen, einer Vorlesefunktion und von Leichter Sprache. Außerdem prüften die Tester, ob das Thema Barrierefreiheit auf der Seite überhaupt erwähnt wird und ob es möglich ist, innerhalb von drei Minuten zu erfahren, wo ein Termin zur Verlängerung seines Personalausweises vereinbart werden kann. Das letztgenannte Kriterium erfüllen kommunale Webauftritte am häufigsten, nämlich zu 84 Prozent. Am schlechtesten ist es um Angebote in Leichter Sprache bestellt – nur 11 Prozent der Seiten bundesweit erfüllten diese Anforderung.

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